Neue Fahrradhelme für die Jugendverkehrsschule St. Peter

Der Fahrradhelm: Er rettet Leben, kommt jedoch noch viel zu selten zum Einsatz oder Knochen heilen, das Gehirn nicht: Fahrrad fahren nur mit Helm.

Nach diesem Motto übergab am Montag, 08.12.2014, der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Straubing e.V., Johann Ehrnsperger, 20 Fahrradhelme an den Verantwortlichen der Jugendverkehrsschule der Polizeiinspektion Straubing-Stadt, Polizeioberkommissar Rudolf Lukas.
Von der Kreisverkehrswacht Straubing wurde 2012 mit Unterstützung der Stadt Straubing das Projekt „Schulwegpläne für Straubinger Grundschulen“ ins Leben gerufen und 2014 mit der Musikalischen Grundschule St. Stephan in Alburg zum Abschluss gebracht. Die Kreisverkehrswacht Straubing e.V. beteiligte sich mit diesem Projekt bei einer Ausschreibung des Vereins „Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.“ und wurde mit einem Präventionspreis „Der Rote Ritter 2014“ ausgezeichnet. Bei diesem Preis wurden qualitativ hochwertige Fahrradhelme ausgelobt, die die Kreisverkehrswacht Straubing nun der Jugendverkehrsschule Straubing-Stadt zur Verfügung stellt, damit die Schulanfänger künftig auch die Radfahrausbildung am Verkehrsübungsplatz der Grundschule St. Peter sicher und gefahrlos absolvieren können.
Die Leiterin der Polizeiinspektion Straubing, Frau Polizeidirektorin Annette Lauer, bedankte sich beim Vorsitzenden für die übergebenen Fahrradhelme an die Jugendverkehrsschule, wobei sie aber insbesondere die Arbeit würdigte, die der Verein in Sachen Verkehrssicherheit leistet. Ziel ist es, die Kinder vor Verkehrsunfällen zu schützen, da diese im Schulkindalter an erster Stelle einer traurigen Unfallstatistik stehen.
Dass die Sicherheit unserer Schulkinder in der Öffentlichkeit besonders im Fokus steht, zeigt sich schon daran, dass die Kreisverkehrswacht Straubing e.V. mit dem Projekt „Schulwegpläne für Straubinger Grundschulen“ bereits im Jahr 2012 mit einem Anerkennungspreis bei der Verleihung des Bayerischen Verkehrssicherheitspreises ausgezeichnet worden war.

Jugendverkehrsschule feiert Geburtstag

Seit 50 Jahren für mehr Sicherheit
Jugendverkehrsschule im Schulhof St. Peter feiert Jubiläum - Vier neue Fahrräder überreicht.


"In den letzten 50 Jahren dürften hier etwa so viele Schüler zu richtigen Radfahrern ausgebildet worden sein, wie die Stadt Einwohner hat." Mit diesem eindrucksvollen Vergleich wartete am Donnerstag der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Straubing, Johann Ehrnsperger, bei der Geburtstagsfeier der Jugendverkehrsschule auf. Im Pausenhof der Grundschule St. Peter würdigten viele Ehrengäste, darunter OB Markus Pannermayr, den wichtigen Beitrag der Schule für die Verkehrssicherheit. Seit 1964 lernen hier alle Grundschüler der Stadt und viele Landkreisschüler das richtige Radfahren.
In der Schullandschaft habe sich in den vergangenen 50 Jahren viel verändert, "aber das Erlernen des Radfahrens bleibt", sagte Ursula Urban, Rektorin der Grundschule St. Peter. Die Verkehrsschule sei dabei ein Erfolgskonzept zum Wohl und der Sicherheit unserer Kinder.
Auch Oberbürgermeister Markus Pannermayr lernte im Pausenhof von St. Peter das sichere Radfahren. Er erinnerte sich noch gut daran, als er hier in der vierten Klasse seine Prüfung abgelegt hat. "Es muss 1979 gewesen sein", sagte er und versprach, dass sich die Stadt in Zukunft noch fahrradfreundlicher entwickeln wolle. Allerdings, mahnte Pannermayr, müsse jeder Verkehrsteilnehmer dazu beitragen. "Wir alle wollen, dass unsere Kinder sicher unterwegs sind", sagte er.
Zur Vorsicht riefen auch die Kinder der dritten Klassen auf. Mit ihrem Lied "Hallo, siehst du mich", wiesen sie darauf hin, wie schwer es oft ist, Kinder im Straßenverkehr rechtzeitig zu erkennen. Johann Ehrnsperger hob den wichtigen Beitrag der Verkehrsschulen zur Kindersicherheit hervor. Seit den 70er Jahren sei die Zahl tödlich verunglückter Kinder auf Schulwegen deutlich zurückgegangen, sagte er. 1975 seien beispielsweise noch 35 Kinder auf dem Weg zur Schule tödlich verunglückt. Im vergangenen Jahr war es hingegen nur noch ein Kind.
Bereits früh übernahm die Stadt Straubing in Sachen Verkehrserziehung eine Vorreiterrolle. Als unter dem damaligen Bürgermeister Hermann Stiefvater die Verkehrsschule gebaut wurde, war es die erste in Niederbayern. "Bayernweit", sagte Ehrnsperger, "gab es nur eine weitere Schule in München". Seither wurde die Übungsanlage stetig verbessert.
Heute ist sie einer realen Verkehrsfläche nachempfunden. Es gibt Kreuzungen mit Abbiegespuren, Ampeln, Zebrastreifen und viele verschiedene Verkehrsschilder.
Neben den fünf Grundschulen der Stadt lernen dort mittlerweile auch Schüler aus Aiterhofen, Feldkirchen und Salching den richtigen Umgang im Straßenverkehr. Zusätzlich werden Kinder der Bildungsstätte St. Wolfgang, des Hörgeschädigteninstituts und der Papst-Benedikt-Schule an der Verkehrsschule unterrichtet.
Damit man auch für die Zukunft gut gerüstet ist, überreichte Ehrnsperger den aktuellen Verkehrserziehern, Polizeioberkommissar Rudolf Lukas und Polizeihauptmeister Oliver Meßmer, anlässlich des Jubiläums vier neue, größere Fahrräder für die Verkehrsschule. Auf diese hatten die Beamten schon länger gewartet, denn die bisherigen Räder waren für die größeren Schüler zu klein.
Zum Schluss der Feier gaben die Viertklässler der Grundschule St. Peter, unter den Augen der Verkehrserzieher, eine kleine Vorführung. Vorbildlich zeigten sie, wie man hinter hohen Mauern richtig in den Straßenverkehr einbiegt.

Radfahrtraining für erwachsene Menschen mit Behinderung

Die Kreisverkehrswacht Straubing e.V. führte erstmals ein Radfahrtraining für erwachsene Menschen mit Behinderung durch.
Die Teilnehmer kamen von mehreren Wohnheimstandorten der Wohngemeinschaft St. Hildegard: Niederachdorf, Straubing, Bogen und Haselbach. St. Hildegard ist eine Einrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderung, Träger ist die Katholische Jugendfürsorge. Die Idee dazu hatte die Betreuerin, Frau Christine Nobis, Bereichsleitung Niederachdorf und wurde von den Moderatoren der Kreisverkehrswacht Straubing, Herrn Rudolf Lukas und Herrn Christian Haindl, die zugleich auch Verkehrserzieher bei der Polizeiinspektion Straubing sind, am Samstag, den 24. Mai 2014, tatkräftig unterstützt.
Ziel war es, den Teilnehmern die sichere Nutzung des Fahrrades zu vermitteln, um sich mit dem Rad eigenständig im Straßenverkehr bewegen können und mehr Sicherheit zu haben. Gute Radfahrkenntnisse können gerade bei diesen Menschen die Mobilität, Autonomie im Alltag und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben deutlich steigern.
Die Übungseinheiten bestanden sowohl aus einem theoretischen als auch einem praktischen Teil. In der Theorie wurden insbesondere Kenntnisse von Straßenverkehrsschildern, Verkehrsregeln und Verhaltensregeln im Straßenverkehr vermittelt und Ratschläge bezüglich einer sicheren Fahrradausrüstung erteilt.
Der praktische Teil erfolgte im Anschluss auf dem Übungsplatz der Jugendverkehrsschule der Grundschule St. Peter in Straubing. Bei den Übungen ging es insbesondere darum, möglichst am Rand einer Straße zu fahren und einen vorhandenen Radfahrweg zu benutzen oder bei "Rot" an der Ampel anzuhalten. "Rechts vor Links" Situationen wurden geübt und während der Praxis immer wieder erklärt. Wenn die Teilnehmer Sicherheit beim Fahren erlangt hatten, waren Übungen von Handzeichen und Schulterblick möglich. Während am Anfang die fehlende Koordination sowie die Unsicherheiten im Straßenverkehr noch sehr deutlich ausgeprägt waren, wurden die Teilnehmer im Übungsverlauf immer sicherer.
Das gemeinsame Ziel war der Gedanke einer verbesserten Teilnahme von Menschen mit einer Behinderung am gesellschaftlichen Leben. Niemand soll ausgeschlossen werden, weil er anders ist und die Kreisverkehrswacht Straubing e.V. will auch weiterhin Radfahrtraining für behinderte Menschen anbieten und durchführen.

von links: 1. Vorsitzender der KVW Johann Ehrensperger, die Moderatoren Christian Haindl und Rudolf Lukas mit den Teilnehmern.
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