Historie

Gründung der "Verkehrswacht Ortsgruppe Straubing" am 05. Mai 1955


Mit Schreiben vom 25. April 1955 lud der Geschäftsführer der Landesverkehrswacht Bayern e.V., Herr Dr.Ing. Kuhling; auf Anregung des örtlichen Rechtsanwalts Franz Staimmer für Donnerstag, den 05. Mai 1955, 20.00 Uhr in das damalige Hotel Röhrl in Straubing zur Gründungsversammlung der Verkehrswacht Straubing ein. Straubing und Passau waren damals die einzigen größeren Städte Bayern, die noch keine Verkehrswachten besaßen. Es bestanden zum damaligen Zeitpunkt in Bayern 76 Verkehrswachten. Herr Kuhlig lud ausgesuchte Persönlichkeiten aus der Bürgerschaft Straubings zur Gründungsversammlung ein. In dieser Einladung teilte er mit, „wenn es auch angestrebt wird, dass eine Gründung zustande kommt, soll diese erste Sitzung sich im Rahmen einer Vorbesprechung halten, um alle Anwesenden gründlich informieren und eine Diskussion von Niveau garantieren zu können.“

In der ersten Mitgliederversammlung am 25. November 1955 wurde die Satzung einstimmig genehmigt und der 1. Vorsitzende beauftragt, die Anmeldung des Vereins beim Vereinsregister des Amtsgerichts Straubing durchzuführen. Dann bestimmte man einen Beirat, der die Arbeit der Vorstandschaft unterstützen sollte: Zu den Beiräten wurden bestimmt:

  1. Als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft „Verkehrserziehung in den Schulen“
    Studienrat Petzenhauser, Gymnasium Straubing, als dessen Stellvertreter
    Dipl.-Ing. Plersch, Städt. Berufsschule Straubing
  2. Als Vertreter der Presse,
    Wilhelm Zeller, Mitglied der Lokalredaktion beim Straubinger Tagblatt
  3. Als Vertreter der Polizei
    a) Stadtpolizei: Pol.OKom. Sowab)
    b) Landpolizei: LP-OInsp. Regl
  4. Als Vertreter des ADAC,
    Rolf Volker, Straubing
  5. Als Vertreter der Ärzteschaft,
    Dr. Forchheimer , Straubing
  6. Als Vertreter des Kfz-Gewerbes,Fahrlehrer
    Ludwig Fuchs, Straubing

Am 02. Januar 1956 erging die Mitteilung des Vereinsregisters beim Amtsgericht Straubing an den Verein, dass die Verkehrswacht Straubing am 30. Dezember 1955 in das Vereinsregister des Amtsgericht Straubing, Band 3 Nr. 49, eingetragen worden ist.
Seither befasst sich die Kreisverkehrswacht Straubing mi t den von den Gründungsvätern formulierten Zielen, die Verkehrsunfallgefahren zu bekämpfen und die Gesamtheit der Verkehrsteilnehmer - Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger - in gemeinsamer Abwehr gegen Verkehrstod und Verkehrsunfall zusammen zu schließen.

Der damalige Oberbürgermeister Hermann Stiefvater, der als Vertreter der Stadt Straubing bei der Gründungsveranstaltung anwesend war, würdigte die wertvollen Dienste, welche die Verkehrswacht in der Aufklärung der Bevölkerung und vor allem der Jugend leistet und hatte sich ebenfalls für die Gründung ausgesprochen.
Seither sind Männer und Frauen tätig, um den hohen Standard der Verkehrssicherheit für die Bürger aufrecht zu erhalten.

Vorstandsmitglieder seit Gründung des Vereins

1. Vorsitzender:  
1955 - 1963 Wilhelm Bergbauer
1963 - 1999 Ferdinand Remmel
1999 - 2011 Hans Günter Sax
seit 2011 Johann Ehrnsperger

 

2. Vorsitzender:  
1955 - 1963 Felix von Richter
1963 - 1965 Hans Regl
1965 - 1979 Hans Erhardt
1979 - 2017 Alfred Hopfensberger
seit 2017 Dieter Kluske

  

Schatzmeister:  
1955 - 1993 Elmar Rosenhammer
seit 1993 Josef Limmer

 

Geschäftsführer:  
1957 - 1959 Ra Franz Staimmer
1959 - 1963 RA Hans Rath
1963 - 1976 Matthias Knoller
1976 - 1984 Georg Kiefl
1984 - 1999 Walter Wittmann
seit 1999 Hans Siedersbeck

 

Schriftführer:  
1955 Günter Kolibius
1955 - 1963 Alois Ruhland
1963 - 1976 Matthias Knoller
1976 - 1984 Georg Kiefl
1984 - 1999 Walter Wittmann
seit 1999 Hans Siedersbeck

 

Kreisverkehrswacht feiert 50-jähriges Bestehen
Einsatz für mehr Sicherheit auf der Straße
Ferdinand Remmel zum Ehrenkreisvorsitzenden ernannt


"Hauptziel der Verkehrswacht soll die Bekämpfung der Verkehrsunfall-Gefahren sein." Bis heute habe sich an diesem Ziel nichts geändert, unterstrich Kreisvorsitzender Hans Sax beim Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kreisverkehrswacht am Samstagnachmittag im Gasthaus Reisinger in Sossau. Damals wie heute sei die Verkehrswacht aber auf ehrenamtliche Helfer und großzügige Sponsoren angewiesen, um ihrem Auftrag gerecht werden zu können. An die rund 150 Ehrengäste richtete Sax den Appell, weiterhin ihren Beitrag zur Verringerung der Unfallzahlen zu leisten.
Die Arbeit der Schulweghelfer zeige, dass sich der Einsatz für mehr Sicherheit tatsächlich lohne, auch wenn er nicht immer statistisch belegt werden könne: Seitdem in Straubing Schulweghelfer die Kinder an gefährlichen Punkten über die Straßen begleiten, gab es keinen einzigen Schulwegunfall, berichtete Sax. Genauso wichtig sei aber auch das "Könner durch Erfahrung"-Programm, mit dem die Verkehrswacht junge Fahranfänger auf dem Flugplatz in Mitterharthausen an 15 Samstagen im Jahr mit dem Auto vertraut macht.
Bei den Politikern - unter ihnen auch MdL Josef Zellmeier -, Richtern, Staatsanwälten und Sponsoren bedankte sich Sax für die finanzielle Unterstützung. Der Mitgliedsbeitrag betrage außerdem jährlich nur zehn Euro. Anmeldeformulare gibt es unter Motto auf diesen Seiten..
Verantwortung übernommen
Von 1963 bis 1999 - also rund 75 Prozent der Zeit seit Gründung der Verkehrswacht - war Ferdinand Remmel Vorsitzender, berichtete Hans Sax. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, Remmel den Ehrentitel des Ehrenkreisvorsitzenden zu verleihen. Remmel habe das Schiff in guten wie in schlechten Zeiten immer auf Kurs gehalten, geschickt gelenkt und Verantwortung übernommen. Zusammen mit Horst Schneider, Präsident der Landesverkehrswacht, überreichte Sax die gerahmte Ehrenurkunde.
Remmel bedankte sich für die Auszeichnung und gab den Dank weiter an all jene, die ihm als Vorsitzenden zur Seite gestanden haben. Angesichts des Leichtsinns, mit dem manche Verkehrsteilnehmer auf den Straßen unterwegs sind, könne man graue Haare bekommen. "Die Menschen müssen auch in Zukunft entsprechend beeinflusst werden, damit sie sich um der eigenen Gesundheit willen verkehrsgerecht verhalten."
Zahl der Verkehrstoten zu hoch
Als im November 1924 die Deutsche Straßenwacht in Berlin gegründet wurde, habe es im gesamten Deutschen Reich nur 293000 Kraftfahrzeuge gegeben, sagte Horst Schneider in seiner Festansprache. Dennoch seien schon damals 1400 Menschen im Straßenverkehr gestorben. Anfang der 70er-Jahre seien jährlich fast 20000 Verkehrstote zu beklagen gewesen. Dass diese Zahl auf derzeit rund 6 000 gesunken ist, sei unter anderem auch ein Erfolg der Arbeit der Kreisverkehrswacht Straubing.
Das Auto sei zum beliebtesten Verkehrsmittel und zum liebsten Kind der Deutschen geworden, sagte Schneider. Rund ein Viertel des monatlichen Nettoverdienstes werde für das Auto ausgegeben. Die Mobilität von Menschen und Gütern sei nicht nur Folge, sondern Grundlage des Wohlstands. Gleichzeitig produziere das Auto aber auch vielfältige Probleme. Die Idee der autogerechten Innenstadt sei genauso falsch gewesen wie die Schnapsidee der autofreien Innenstadt. "Jedes Verkehrsmittel ist die sinnvolle Ergänzung eines anderen und erfüllt in der richtigen Situation einen idealen Zweck. Nicht Konkurrenz ist also das Gebot der Stunde, sondern Vernetzung und Kooperation." In den vielfältigen Fragen rund um das Auto und den Straßenverkehr müssten die Kreisverkehrswachten an Lösungen für die Verkehrsprobleme mitarbeiten. Schneider: "Leisten wir hier einen Beitrag, damit wir auch in Zukunft dort nicht auf das Auto verzichten müssen, wo wir es dringend benötigen."
"Großartiges geleistet"
Oberbürgermeister Reinhold Perlak bedankte sich bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern der Kreisverkehrswacht für ihr meist unauffälliges Wirken. Zusammen mit dem ADAC und dem MSC habe die Verkehrswacht in den vergangenen 50 Jahren Großartiges für die Bürger geleistet. "Die Stadt ist auf solche hervorragende Arbeit von Ehrenamtlichen angewiesen. Wir brauchen diesen idealistischen Geist auch für die Zukunft."
89 Prozent aller Verkehrsunfälle würden durch menschliches Versagen verursacht, sagte stellvertretende Landrätin Christa Heisinger. Die Kreisverkehrswacht trage mit ihrem vielfältigen Aufklärungsprogramm zu mehr Sicherheit für Kinder, junge Autofahrer und Senioren bei. "Die Kreisverkehrswacht darf auf die in den vergangenen 50 Jahren geleistete Arbeit stolz sein."
Die musikalische Gestaltung des Festakts übernahmen Gerold Huber (Geige), Ulrich Meßmann (Cello) und Franz Schnieringer (Klavier).



Die Vorstandschaft der Kreisverkehrswacht Straubing mit dem Ehrenvorsitzenden F. Remmel (7. v. links)
sowie dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Horst Schneider (2. v. rechts) und MdL MdL Josef
Zellmeier (3. v. rechts Bürgermeister Hans Vicari (2. v. links) Oberbürgermeister Reinhold Perlak (6. v. rechts)




Die Kreisverkehrswacht Straubing und die Landesverkehrswacht Bayern trauern um den verstorbenen Ehrenvorsitzenden



Ferdinand Remmel


Am 17. November 2014 verstarb der langjährige Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Straubing e.V., Ltd. Rechtsdirektor a.D. Ferdinand Remmel, im Alter von 85 Jahren.
Herr Remmel war seit 1956 Mitglied und von 1963 bis 1999 erster Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Straubing. Er initiierte in dieser Funktion zahlreiche Aktionen zur Verkehrserziehung wie beispielsweise die Einführung des Verkehrsunterrichtes an den Straubinger Schulen und Kindergärten. Für seine Verdienste um die Verkehrssicherheit und die Akzeptanz der Verkehrswacht in der Bevölkerung sind wir Herrn Remmel zu großem Dank verpflichtet.
Sein beispielhaftes Wirken hat der Stadtrat Straubing im Jahr 1991 mit der Verleihung der Goldenen Bürgermedaille gewürdigt und die Kreisverkehrswacht Straubing ihn im Jahr 2005 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Die Kreisverkehrswacht Straubing und die Landesverkehrswacht Bayern trauern um den verstorbenen Vorsitzenden

 

Hans Günter Sax

 

Vor etwas mehr als sechs Jahren machte eine plötzliche Erkrankung den Plänen von Hans Sax ein jähes Ende. Am Sonntag, den 12. März 2017, verstarb der langjährige Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Straubing e.V., Herr Hans Günter Sax, im Alter von 67 Jahren.
Herr Sax war seit 1999 Mitglied und von 1999 bis 2011 erster Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Straubing. Als Jurist mit eigener Anwaltskanzlei, Bürgermeister der Stadt Straubing und langjähriges Stadtratsmitglied engagierte er sich mit ganzer Kraft in Sachen Verkehrssicherheit. Er war barock und eloquent, er liebte es locker und gemütlich, er liebte es, mit Begriffen zu jonglieren und feinen Wortwitz zu pflegen.

Für seine Verdienste um die Verkehrssicherheit und die Akzeptanz der Verkehrswacht in der Bevölkerung sind wir Herrn Sax zu großem Dank verpflichtet.

 

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