Schülerlotsen: Schutzengel für
die Schulkinder
Bayerns Schülerlotsen ermitteln
ihren Landessieger
In der Vorrunde hatten die Lotsen bei
Ausscheidungen auf der Kreis- und Bezirksebene erst einmal einen kniffligen
Fragebogentest zu bestehen und Schätzaufgaben zu vollziehen. Bloßes
Verkehrswissen genügte dazu nicht; auch ein breitgefächertes Allgemeinwissen
galt es unter Beweis zu stellen. Die 15 besten aus den sieben bayerischen
Regierungsbezirken kamen nun in den Landesentscheid, den die Verkehrswacht
Straubing mit weiteren Sponsoren in der Josef-von-Fraunhoferhalle gemeinsam
ausrichtete.
Erneut mussten hier die jungen Verkehrshelfer ihre Fachkompetenz und ihr Wissen
unter Beweis stellen. Im theoretischen Teil waren 35 Fragen über die
alltägliche Aufgabenbewältigung aufgrund eines fundierten Grundwissens
zu beantworten. Im Praxisteil galt es zunächst das eigene Reaktionsvermögen
zu testen. Den Abschluss bildeten Geschwindigkeitsschätzungen bei herannahenden
Fahrzeugen. Damit verbunden war die Frage nach dem schnellst möglichen
Anhalten können ohne querende Kinder zu gefährden. Dass die Entfernung
eines Fahrzeuges richtig taxiert wird, gilt schon seit der Ausbildung als
zum "Alltagsgeschäft" gehörig.
Zum Sieger gekürt wurde der Lotse, der in allen Testbereichen die geringste
Fehlerzahl zu verzeichnen hatte.
Von den Schulen zusammen mit den Eltern ausgewählt, von der Polizei ausgebildet
und von der Verkehrswacht betreut, gehören die Lotsen im Freistaat gemeinsam
mit rund 16 000 erwachsenen Helfern zu den so genannten Schulwegdiensten.
Wie gut diese "Schulweg - Schutzengel" ihr Amt ausüben, unterstreicht eine Erhebung des Bayerischen Innenministeriums: an den von ihnen gesicherten Ampel - und Zebrastreifenübergängen ist seit Einführung der Schulwegdienste im Jahre 1953 kein einziges Schulkind getötet worden.
Dagegen sind alleine im Jahr 2006 689 Schulwegunfälle mit 796 verletzten Kindern zu beklagen.
Deshalb tritt die Verkehrswacht mit Nachdruck für einen weiteren Ausbau der Schulwegdienste ein: An jeden gefährlichen Übergang und in jeden Schulbus gehöre eigentlich ein Lotse. Im Blick auf dieses Ziel sollten die Schulen, Elternbeiräte und Gemeinden noch aktiver werden. Ebenso wichtig sei, dass die Väter und Mütter ihre Kinder zu einer Tätigkeit als Schülerlotse ermuntern. Wo die Gewinnung von Lotsen wegen des erforderlichen Mindestalters von 12 bis 13 Jahren nicht möglich ist - dieses Problem gibt es vor allem an reinen Grundschulen -, bietet sich die Möglichkeit an, erwachsene Schulweghelfer einzusetzen.
Am Vormittag wurde die Veranstaltung durch
Herrn Staatssekretär Georg Schmid aus dem bayerischen Innenministerium
und dem örtlichen Verkehrswachtvorsitzenden Herrn Hans Günter Sax
eröffnet. Staatssekretär Schmid überbrachte zunächst die
besten Grüße von Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber. Schmid
selbst begleitet seit Jahren sowohl die Bezirks- als auch Landeswettbewerbe
und erlebt dadurch hautnah die fundamentale Bedeutung der Schulwegdienste
für die Sicherheit der bayer. Schulkinder. So ist seit 1980 an den Überwegen,
die durch Schulwegdienste zusätzlich gesichert werden, kein einziger
tödlicher Unfall passiert. Vor diesem Hintergrund appellierte der Staatssekretär
an alle Bürgerinnen und Bürger, über ein ehrenamtliches Engagement
im Schulwegdienst nachzudenken. Den Schülerlotsen gab er für ihren
nachfolgenden Wettbewerb noch mit auf den Weg, dass sie sich schon jetzt alle
als Sieger durch ihren besonderen Einsatz fühlen dürfen.
Staatssekretär Georg Schmid bei seiner Begrüßungsrede
Der Präsident der LVW Bayern, Herr Dipl.Ing. Horst Schneider, dankte in seinem Grußwort der Verkehrswacht Straubing und ihrem Vorstandsteam für die Vorbereitung und Ausrichtung der Veranstaltung. Sein besonderer Dank galt dem Vizepräsidenten der Landesverkehrswacht Bayern, Herrn Günter Fuchs, in dessen Verantwortungsbereich die Durchführung des Wettbewerbs lag. Er dankte auch dem TÜV SÜD, dem Bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverband und der gastgebenden Stadt Straubing für die gewährte Unterstützung der Verkehrssicherheitsarbeit.
Dann hieß es für die Schülerlotsen, im theoretischen und praktischen Teil des Wettbewerbes ihr Können und Wissen unter Beweis zu stellen. Sie waren mit Eifer und großem Geschick bei der Sache.
Bei der Festveranstaltung am Nachmittag
betonte der stellvertretende Landesvorsitzende Fuchs in seiner Festrede, dass
die Defizite unserer Zeit mangelnde Hilfe und Einsatz für den Nächsten
sind. Bei dieser Veranstaltung sind wir jedoch Zeugen geworden, dass gerade
beim Schülerlotsendienst das Gegenteil bewiesen wird, betonte er und
der Lotsendienst als Interessengemeinschaft mit hundertprozentiger Erfolgsgarantie
bezeichnet werden kann.
Weitere Grußworte übermittelten der Oberbürgermeister der
Stadt Straubing, Reinhold Perlak und der Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken.
Beide stellten die Notwendigkeit der Kooperation zwischen Schulwegdienst,
Polizei und Kommune heraus.
Als Landessieger wurde anschließend Uwe Herkert von der Verkehrswacht Miltenberg ermittelt. Er sowie alle anderen Teilnehmer erhielten wertvolle Sachpreise und eine Urkunde des bayerischen Ministerpräsidenten. Der Sieger vertritt die bayerischen Verkehrswachten vom 10. bis 11. Oktober beim Bundesentscheid in Berlin.
Den zweiten Platz belegte Sebastian
Dassler von der Verkehrswacht Herzogenaurach. Dritter wurde Vanessa
Simon von der Verkehrswacht Erlangen.
v. l.: Sebastian Dassler, Uwe Herkert, Vanessa Simon
Weitere Platzierungen:
Florian Wirth, Verkehrwacht Günzburg
Philipp Kröger, Verkehrwacht Coburg
Christoph Aigner, Verkehrswacht Vilsbiburg
Marcel Liermann, Verkehrswacht Selb
Michael Daufratshofer, Verkehrswacht Memmingen
Silke Gleser, Verkehrswacht Taufkirchen/Vils
Niklas Ibrom, Verkehrwacht Regen
Dennis Jobst, Verkehrswacht Burglengenfeld
Martin Zellner, Verkehrswacht Burglengenfeld
Nadine Jobst, Verkehrswacht Regensburg
Frederik Lütke, Verkehrswacht Würzburg
Veronika Brandlmeier, Verkehrswacht Taufkirchen/Vils
Die Veranstaltung zur Siegerehrung wurde durch Beiträge der Klasse 4
a und der Jazz -Tanzgruppe der Ulrich Schmidl Grund- und Hauptschule in eindrucksvoller
Weise umrahmt.
v. l.: Oberbürgermeister Reinhold
Perlak, MdB Ernst Hinsken, die Teilnehmer am Landesentscheid,
v. r.: Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Straubing Hans Günter Sax,
stellvertretender Landesvorsitzender Günter Fuchs