Kreisverkehrswacht feiert 50-jähriges Bestehen
Einsatz für mehr Sicherheit auf der Straße
Ferdinand Remmel zum Ehrenkreisvorsitzenden ernannt

"Hauptziel der Verkehrswacht soll die Bekämpfung der Verkehrsunfall-Gefahren sein." Bis heute habe sich an diesem Ziel nichts geändert, unterstrich Kreisvorsitzender Hans Sax beim Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kreisverkehrswacht am Samstagnachmittag im Gasthaus Reisinger in Sossau. Damals wie heute sei die Verkehrswacht aber auf ehrenamtliche Helfer und großzügige Sponsoren angewiesen, um ihrem Auftrag gerecht werden zu können. An die rund 150 Ehrengäste richtete Sax den Appell, weiterhin ihren Beitrag zur Verringerung der Unfallzahlen zu leisten.

Die Arbeit der Schulweghelfer zeige, dass sich der Einsatz für mehr Sicherheit tatsächlich lohne, auch wenn er nicht immer statistisch belegt werden könne: Seitdem in Straubing Schulweghelfer die Kinder an gefährlichen Punkten über die Straßen begleiten, gab es keinen einzigen Schulwegunfall, berichtete Sax. Genauso wichtig sei aber auch das "Könner durch Erfahrung"-Programm, mit dem die Verkehrswacht junge Fahranfänger auf dem Flugplatz in Mitterharthausen an 15 Samstagen im Jahr mit dem Auto vertraut macht.
Bei den Politikern - unter ihnen auch MdL Josef Zellmeier -, Richtern, Staatsanwälten und Sponsoren bedankte sich Sax für die finanzielle Unterstützung. Der Mitgliedsbeitrag betrage außerdem jährlich nur zehn Euro. Anmeldeformulare gibt es unter Motto auf diesen Seiten..

Verantwortung übernommen
Von 1963 bis 1999 - also rund 75 Prozent der Zeit seit Gründung der Verkehrswacht - war Ferdinand Remmel Vorsitzender, berichtete Hans Sax. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, Remmel den Ehrentitel des Ehrenkreisvorsitzenden zu verleihen. Remmel habe das Schiff in guten wie in schlechten Zeiten immer auf Kurs gehalten, geschickt gelenkt und Verantwortung übernommen. Zusammen mit Horst Schneider, Präsident der Landesverkehrswacht, überreichte Sax die gerahmte Ehrenurkunde.
Remmel bedankte sich für die Auszeichnung und gab den Dank weiter an all jene, die ihm als Vorsitzenden zur Seite gestanden haben. Angesichts des Leichtsinns, mit dem manche Verkehrsteilnehmer auf den Straßen unterwegs sind, könne man graue Haare bekommen. "Die Menschen müssen auch in Zukunft entsprechend beeinflusst werden, damit sie sich um der eigenen Gesundheit willen verkehrsgerecht verhalten."

Zahl der Verkehrstoten zu hoch
Als im November 1924 die Deutsche Straßenwacht in Berlin gegründet wurde, habe es im gesamten Deutschen Reich nur 293000 Kraftfahrzeuge gegeben, sagte Horst Schneider in seiner Festansprache. Dennoch seien schon damals 1400 Menschen im Straßenverkehr gestorben. Anfang der 70er-Jahre seien jährlich fast 20000 Verkehrstote zu beklagen gewesen. Dass diese Zahl auf derzeit rund 6 000 gesunken ist, sei unter anderem auch ein Erfolg der Arbeit der Kreisverkehrswacht Straubing.
Das Auto sei zum beliebtesten Verkehrsmittel und zum liebsten Kind der Deutschen geworden, sagte Schneider. Rund ein Viertel des monatlichen Nettoverdienstes werde für das Auto ausgegeben. Die Mobilität von Menschen und Gütern sei nicht nur Folge, sondern Grundlage des Wohlstands. Gleichzeitig produziere das Auto aber auch vielfältige Probleme. Die Idee der autogerechten Innenstadt sei genauso falsch gewesen wie die Schnapsidee der autofreien Innenstadt. "Jedes Verkehrsmittel ist die sinnvolle Ergänzung eines anderen und erfüllt in der richtigen Situation einen idealen Zweck. Nicht Konkurrenz ist also das Gebot der Stunde, sondern Vernetzung und Kooperation." In den vielfältigen Fragen rund um das Auto und den Straßenverkehr müssten die Kreisverkehrswachten an Lösungen für die Verkehrsprobleme mitarbeiten. Schneider: "Leisten wir hier einen Beitrag, damit wir auch in Zukunft dort nicht auf das Auto verzichten müssen, wo wir es dringend benötigen."

"Großartiges geleistet"
Oberbürgermeister Reinhold Perlak bedankte sich bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern der Kreisverkehrswacht für ihr meist unauffälliges Wirken. Zusammen mit dem ADAC und dem MSC habe die Verkehrswacht in den vergangenen 50 Jahren Großartiges für die Bürger geleistet. "Die Stadt ist auf solche hervorragende Arbeit von Ehrenamtlichen angewiesen. Wir brauchen diesen idealistischen Geist auch für die Zukunft."
89 Prozent aller Verkehrsunfälle würden durch menschliches Versagen verursacht, sagte stellvertretende Landrätin Christa Heisinger. Die Kreisverkehrswacht trage mit ihrem vielfältigen Aufklärungsprogramm zu mehr Sicherheit für Kinder, junge Autofahrer und Senioren bei. "Die Kreisverkehrswacht darf auf die in den vergangenen 50 Jahren geleistete Arbeit stolz sein."
Die musikalische Gestaltung des Festakts übernahmen Gerold Huber (Geige), Ulrich Meßmann (Cello) und Franz Schnieringer (Klavier).


Die Vorstandschaft der Kreisverkehrswacht Straubing mit dem Ehrenvorsitzenden F. Remmel (7. v. links) sowie
dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Horst Schneider (2. v. rechts) und MdL MdL Josef Zellmeier (3. v. rechts)
Bürgermeister Hans Vicari (2. v. links) Oberbürgermeister Reinhold Perlak (6. v. rechts)