Fähigkeit zur Selbstkontrolle
gefragt
Hans Sax, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Straubing,
referierte über die Folgen von Alkohol und Drogen am Steuer
"Wer Alkohol trinkt, lässt sein Auto besser stehen", sagte
Hans Günter Sax, Vorsitzender der Verkehrswacht Straubing. Am Dienstag
referierte der Rechtsanwalt über die Folgen von Alkohol und Drogen im
Straßenverkehr vor Schülern der Fachoberschule. Sax stellte die
Wirkung von Alkohol auf den Körper dar und veranschaulichte durch so
genannte Rauschbrillen, dass man sich nach einer durchzechten Nacht lieber
nicht hinter das Steuer setzen sollte.
Sax verdeutlichte, dass er niemandem die Lust am maßvollen Alkoholkonsum
nehmen wolle, Ein Grundsatz solle jedoch sein: Wer Alkohol trinkt, fährt
nicht.
Beim Autofahren werden Muskeln beansprucht, das körperliche Befinden
spiele eine große Rolle und auch das Fahrverhalten, das vom Alter des
Fahrers abhänge, sei zu beachten. Sei ein Fahrer beispielsweise krank,
verändere sich das Fahrverhalten. Drogen, Alkohol und Medikamente nähmen
großen Einfluss auf das körperliche Befinden.
Viele Gelegenheitstrinker
"Wichtig ist die eigene Einstellung zum Alkohol", erklärte Sax. Lediglich acht Prozent der Bevölkerung seien Abstinenzler. Die meisten Menschen bezeichneten sich selbst als Gelegenheits- oder Gewohnheitstrinker. "Leider gibt es auch so genannte Quartals-Säufer und Alkoholiker", sagte er. Vor allem bei Jugendlichen sei auch das so genannte Koma-Saufen ein großes Thema. In diesem Fall sind besonders Getränke, die harten Alkohol beinhalten, der aber mit süßen Limonaden vermischt werde, eine große Gefahr für Jugendliche.
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Eine Schülerin versuchte mit einer
Rauschbrille Münzen aufzuheben. "Im wirklichen Rauschzustand
ist das Befinden natürlich noch extremer, als nur mit der Brille",
betonte Hans Günter Sax (r.).
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"Ab 0,25 Promille befindet. man sich in einem leichten Rauschzustand",
sagte Hans Günter Sax. Als "mittlerer Rausch" werde der Wert
über 1,0 Promille bezeichnet, ein "schwerer Rausch" trete ab
2,0 Promille ein. Ab 3,0 Promille sei der volltrunkene Zustand erreicht, das
Betäubungsstadium trete ab einem Wert von 4,0 Promille ein. Sax betonte,
dass die beiden letzten Zustände glücklicher Weise nur von den wenigsten
erreicht würden. "Die Fähigkeit zur Selbstkontrolle ist gefragt",
sagte er.
"Es ist mutiger zu sagen: Ich lasse mein Auto stehen", bemerkte
er. Besonders junge Männer hätten oft das Gefühl, sich etwas
beweisen zu müssen. Tödliche Autounfälle könnten im schlimmsten
Fall die Folge sein. Um dies zu vermeiden führe die Polizei zahlreiche
Alkohol- und Drogenkontrollen durch. "Niemand ist vor einer Kontrolle
sicher." Auch das Gerücht, dass beispielsweise Bonbons oder Kaffee
den Alkoholgeruch überdecken, sei falsch. Wer eine lange Nacht hinter
sich habe, solle auch am nächsten Morgen beachten, dass sich möglicherweise
immer noch eine beträchtliche Menge Restalkohol im Blut befinde.
"Eine gesunde Leber baut in einer Stunde im Durchschnitt 0,15 Promille
ab", so Sax. Die Gesundheitsschäden, die durch übermäßigen
Alkoholkonsum eintreten können, sollten ebenso bedacht werden. Die Schüler
der Fachoberschule mussten nach dem Vortrag mit einer so genannten Rauschbrille
einige Aufgaben erledigen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie sehr Alkohol
die Fahrtüchtigkeit beeinträchtige. So sollten die Fachoberschüler
mit einer Rauschbrille beispielsweise Münzen aufheben oder entlang einer
markierten Linie gehen. Die Rauschbrillen seien in verschiedene Trunkenheitszustände
eingeteilt, erklärte Sax. Der Schüler mit der "0,8-Promille-Brille"
hatte Schwierigkeiten" der Linie zu folgen. Die Schülerinnen mit
Rauschbrillen mit höheren Promille-Werten wiesen deutliche Gleichgewichtsstörungen
auf, ebenso konnten sie auch einen ihnen zugeworfenen Soft-Ball nicht fangen.
Die Meinung der drei Probanden war eindeutig: In diesem Zustand würden
sie sich niemals hinter das Steuer setzen.